Digitalisierte Akten / Archive

Die Digitalisierung schreitet voran und in den letzten Monaten sind zahlreiche Bestände veröffentlicht wurden.

DRK-Vermißtenbildliste

Das Deutsche Rote Kreuz gab in den 1950er und 60er Jahren Listen mit Fotos und Daten von Vermißten in Buchform heraus. Der Landzoll wurde hauptsächlich im Band GH samt Nachträgen erfasst, der Wasserzoll überwiegend im Band MB. Teils sind Zöllner jedoch bei ortsgebundenen Dienststellen der Wehrmacht (z.B. Kommandanturen) zu finden. Inzwischen sind die Bücher online beim DRK einsehbar.

Kriegsgräberlisten Baden-Württemberg

Ab ca. November 1944 war das heutige Baden-Württemberg Schauplatz von teils harten Gefechten zwischen der sich zurückziehenden Wehrmacht und den vorrückenden Alliierten. Dabei kamen auch viele Zollgrenzschützer ums Leben, die in eilig zusammengestellten ZGS-Bataillonen an die Front geworfen wurden. Das Landesarchiv Baden-Württemberg hat die Listen über alle Kriegsgräber im Bundesland online veröffentlicht.

Russische Beuteakten

Während und nach dem Krieg gelangten zahlreiche Aktenbestände in Archive der heutigen Russischen Föderation. Diese werden nach und nach im Rahmen eines deutsch-russischen Projekts online gestellt.

Archive der Tschechischen Republik

Über die zentrale Suchseite der tschechischen Archive sind umfangreiche digitale Bestände einsehbar. Die Seite ist zwar in Tschechisch gehalten, deutsche Schlagwörter funktionieren jedoch.

Wappenschild-Kopien

Seit einiger Zeit tauchen „entnazifizierte“ Zollgrenzschutz Wappenschilder bzw. Ärmelschilder bei Internet-Auktionen mit folgenden Merkmalen auf:

  • Nummer 9613 (laut Artikelbeschreibung jedoch 9638)
  • Graue, „schmutzige“ Farbe
  • Das Hakenkreuz ist nicht vorhanden („entnazifiziert“)
  • Als gebraucht gekennzeichnet, kein Hinweis ob Original oder Kopie
  • Ziffern entsprechen nicht dem Standard

Hierbei handelt es sich meiner Meinung nach nicht um Originale, sondern um Kopien mit mäßiger Qualität, bei denen das Hakenkreuz entfernt und die Nummer verändert wurde. Diese Stücke wurden bisher für Preise von rund 50 Euro ersteigert, was sie aus meiner Sicht bei weitem nicht wert sind.

Beispiele: Auktion von Mitte November / Auktion von Ende November

Originale gibt es ab etwa 100 Euro aufwärts, vollständige Kopien mit Kreuz (z.B. die berüchtigten „33023er“) bekommt man schon für wenige Euro. Wappenschilder wurden bereits um 1940/41 nicht mehr im Zollgrenzschutz verwendet und überwiegend eingezogen. Eine Nachkriegsverwendung, in deren Rahmen man Schilder „entnazifiziert“ hat, halte ich darüber hinaus für sehr unwahrscheinlich.

Siehe auch hier: Beispiele originaler Wappenschilder auf zollgrenzschutz.de

Verkäufer, darunter selbst Profis wie Händler und Auktionshäuser, tun sich mit dem Thema Zollgrenzschutz nicht immer leicht. Der Zollgrenzschutz war mit ca. 60.000 Mann im Vergleich zur Wehrmacht und den Massenorganisationen eine überschaubare Truppe und stand dazu an der Grenze, war also im Alltag nur für die Wenigsten präsent. Die Anzahl der Publikationen ist ebenfalls nicht sehr groß. Deswegen rate ich gerade bei teureren Stücken oder vermeintlichen Schnäppchen vor dem Kauf zur genauen Prüfung und im Zweifel zur Rücksprache mit dem Verkäufer.