Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Statistik
3. Namensliste

Einleitung
Schon am ersten Kriegstag kamen Zollgrenzschützer ums Leben, wobei sich die Anzahl der Verunglückten und Gefallenen zunächst die Waage hielt. In der Regel mit Abstand zur kämpfenden Truppe in eroberten Gebieten eingesetzt, war der Kontakt mit regulären feindlichen Truppen die Ausnahme. Mit dem Einsatz im Osten trafen man auf ein zunehmend organisiertes Partisanenwesen, das mehr und mehr Opfer mit sich brachte. Ging es zunächst um Nadelstiche und das Beschaffen von Waffen, Munition und Ausrüstung, wurden im Laufe der Zeit die schwach besetzten Grenzaufischtsstellen von größeren Banden überfallen. Hier, und später auch bei den Invasionen in Frankreich, war die typische Organisation des Zollgrenzschutzes in kleinen und teils abgelegenen Stützpunkten ein Nachteil. So konnten die Grenzdienststellen nacheinander abgeschnitten und angegriffen werden. Die in den einschlägigen Vorschriften klar geregelten Befehls-, Einsatz- und Kooperationswege mit der Wehrmacht wurden gegenseitig nicht immer eingehalten, so dass z.B. gegen die im Zuge der Inasionen plötzlich massiv aufgretenden französischen Partisanen oft kein Mittel gefunden werden konnte. Hastige Rückzüge, abgelegene Stützpunkte sowie nicht aufeinander abgestimmtes Vorgehen von ZGS, Wehrmacht und anderen Organisationen führten zu einer Verzettelung der Kräfte und begünstigten hohe Opferzahlen.
Hinzu kam, dass das Personal des Zollgrenzschutzes in späteren Jahren überwiegend aus den Geburtsjahrgängen um 1900 stammte. Die knapp 50 Jahre alten Hilfsgrenzschützer hatten zwar oft im Ersten Weltkrieg miliärische Erfahrung gesammelt, jedoch war der damalige Stellungskrieg nicht mit dem modernen und technisierten Bewegungskrieg der 40er Jahre vergleichbar.
Sofern man Berichten leitender Zollgrenzschützer glauben darf, wurden seitens der Partisanen teils keine Gefangenen gemacht, oder schwache Personen auf dem Weg oder in Gefangenenlager am Wegesrand erschossen. Gegen Kriegsende kam es zur Aufstellung von Zollgrenzschutz-Bataillonen, die mit ihrer unzureichenden Ausrüstung den regulären Truppen der Alliierten nur wenig entgegensetzen konnten und dementsprechend hohe Verluste beklagten.
Die höchste mir bekannte Anzahl Zollgrenzschützer, die beim gleichen Ereignis fiel, stammt mit mindestens 74 vom 25.02.1945 beim alliierten Luftangriff auf die Garnison in Donaueschingen. Donaueschingen war Aufstellungsraum für die Einsatzgruppe Oberrhein und die 14 unterstellten ZGS-Bataillone mit Einsatzgebiet Elsass und Vogesen.

Mit Beginn des Krieges gab das Reichsfinanzministerium im Reichsfinanzblatt sogenannte Ehrentafeln heraus mit den Namen der im Zollgrenzschutz, Wehrmacht, SS, RAD und in der Heimat gefallenen, gestorbenen und verunglückten Angehörigen der RFV. Die Tafeln wuchsen von einer DIN-A4 Seite in vereinzelten RFBl.-Ausgaben des Jahres 1939 zu 5-seitigen wöchentlichen Ehrenblättern im Jahr 1944. Für die Jahre 1939-1944 sind insgesamt 10.000 Namen verzeichnet, davon etwa 800 Zollgrenzschützer. Bei der Veröffentlichung der Namen gab es ungefähr 3-6 Monate Verzögerung, sodass nur bis Mitte 1944 einigermaßen repräsentative Angaben verfügbar sind. Aber erst nach diesem Zeitpunkt wurde der Zollgrenzschutz durch die Invasionen in Frankreich, den Rückzügen im Osten und Süden, sowie die Aufstellung von Zollgrenzschutz-Bataillonen in verlustreiche Gefechte verwickelt. Über die Verluste des Hilfspersonals aus der Landesbevölkerung in den besetzten Ostgebieten liegen mir keine Informationen vor.
Leider führt die Quellenlage auch bei diesem Thema zu abweichenden und widersprüchlichen Informationen. Die Akten des Ministeriums weisen zusätzliche Namen aus und per Mitte 1943 wird in einer Statistik von bereits 1.300 gefallenen Zollgrenzschützern gesprochen, bekannt sind mir aber für diesem Zeitraum nur gut 400 Personen.
Aber auch die online verfügbaren Daten der Kriegsgräberfürsorge können oft nicht weiterhelfen. In früheren Jahren scheinen die ums Leben gekommen Zollgrenzer in die Heimat überführt worden zu sein und sind dann beim Volksbund meist nicht registriert. Bei Stichproben stellte ich ferner fest, dass vor allem aus dem Bereich Jugoslawien nur wenige Daten vorhanden und viele Grabstätten nicht bekannt sind.
Insofern sind die weiteren Angaben, die sich neben dem Reichsfinanzblatt auf Archive, Sterbebilder und Recherchen stützen, mit Vorsicht zu genießen.

Die Daten auf den folgenden Seiten sind nicht nur als informative Listen gemeint, sondern auch als Beleg für die Ausmaße des Krieges, der vor kaum jemandem halt gemacht hat. Deswegen dienen die Listen nicht nur als Aufzeichnung der Toten des Zollgrenzschutzes, sondern auch als Gedenken an alle Opfer des 2. Weltkrieges.

Statistik
gef-datum
Seit dem Beginn des Russlandfeldzuges stiegen die Verluste an und kletterten mit den Rückschlägen in Ost und West mehr und mehr nach oben. Geht man davon aus, dass sich der Trend aus dem ersten Halbjahr 1944 im Rest des Jahres fortsetzte, wären in 1944 50% aller in den Jahren 1939-1944 aufgetretenen Verluste zu verzeichnen.

gef-ursache
Gut 15% aller Verluste lassen sich auf Unglücksfälle zurückführen. Die Zählweise war nicht immer einheitlich, so galten Verluste durch Luftangriffe vor Mitte 1943 als Unglücksfälle und möglicherweise wurden Einsätze gegen Partisanen zunächst in der gleichen Kategorie erfasst.

gef-dgrad
Über 70% aller Verluste betrafen das Hilfspersonal, was generell mit dem Verhältnis von Hilfsgrenzern zum Stammpersonal übereinstimmt.

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