Einführung

Am 13. Oktober 1927 wurde in der Dienstanweisung für die Zollaufsichtsstellen (ZAStDA) aus dem Jahr 1924 der Paragraph 23 Absatz 3 um den Punkt g) ergänzt:
[Der Beamte hat ferner bei sich zu führen:] eine grüne Armbinde mit dem Wappenschild aus Messing, wenn der Dienst in bürgerlicher Kleidung verrichtet wird
Dies dürfte der früheste Zeitpunkt gewesen sein, an dem das Wappenschild in die Reichsfinanzverwaltung eingeführt wurde. Die Geschichte derartiger Schilder an sich ist jedoch älter, so wurden bereits 1871 ähnliche Schilder in der Reichs-Telegraphenverwaltung verwendet (Beispiel).

Zweck

copyright: www.zollgrenzschutz.d Beamte, die ihren Dienst (teilweise) in Zivil verrichteten, sollten sofort als Angehörige der Zollverwaltung erkennbar sein. Dies geschah mittels zollgrüner Armbinden am linken Oberarm, auf denen das Wappenschild aufgenäht war. Ab etwa Mitte der 1930er Jahre änderte sich der Zweck. Zu diesem Zeitpunkt reichte die Personaldecke des Zollgrenzschutzes für die wachsenden Aufgaben und länger werdenden Grenzen endgültig nicht mehr aus. Deswegen griff man auf Hilfsgrenzangestellte zurück, die ihren Dienst bei Bedarf versahen. Uniformiert waren diese mit Wehrmachtsuniformen ohne Hoheits- und Rangabzeichen, die Zugehörigkeit zum Zollgrenzschutz wurde durch das Wappenschild und die Zolldienstmütze ausgedrückt. Ab Ende 1940 erhielten alle Higa reguläre Zolluniformen und Zolldienstgrade, womit das ZGS-Wappenschild in diesem Bezug überflüssig wurde.

Informationen zu den sehr häufig zu findenden Kopien und Fälschungen der Wappenschilder gibt es hier.

Gestaltung

Die Bezeichnung Wappenschild leitet sich vom abgebildeten Staatswappen ab. Neben dem Wappen wurde der Dienstzweig (Reichszollverwaltung, später auch Reichsfinanzverwaltung) genannt, darüber hinaus waren alle Schilder durchnummeriert. Jede Nummer gab es nur einmal. Die Schilder wurden aus dünnem Metall gestanzt, so dass Erhebungen auf der Vorderseite Vertiefungen auf der Rückseite sind. Ausnahme bildet hier die Nummer, die auf der Rückseite nicht lesbar ist.
Nach 1933 (vermutlich 1937) ersetzte das Reichsfinanzministerium den Reichsadler der Weimarer Republik durch das neue Hoheitszeichen mit Hakenkreuz. Ab ca. 1937 wurde neben dem allgemeinen Schild für die Reichszollverwaltung ein Weiteres mit dem Aufdruck Zollgrenzschutz eingeführt.

MerkmalRZV-Variante
(Weimarer Republik)
RZV-Variante
(Drittes Reich)
ZGS-Variante 1ZGS-Variante 2
Material Messing Messing Messing Messing
Farbe dunkel hell dunkel hell
Maße 8 cm x 5 cm 8 cm x 5 cm 8 cm x 5 cm 8 cm x 5 cm
Form gewölbt (konvex) gewölbt (konvex) flach gewölbt (konvex)
Oberfläche glatt feinkörnig grobkörnig feinkörnig
Nummernblock matt glänzend matt glänzend
Nummer mit Serifen, schwarz ohne Serifen, schwarz mit Serifen, messing ohne Serifen, schwarz
Nummernreihe ? ? bis etwa 10.000 ca. 10.000 bis ca. 52.000
Aufschrift Reichszollverwaltung Reichszollverwaltung Reichsfinanzverwaltung
-Zollgrenzschutz-
Reichsfinanzverwaltung
-Zollgrenzschutz-

 

Bilder
copyright: www.zollgrenzschutz.deVorderseite, RZV-Variante (Weimar)

copyright: www.zollgrenzschutz.deVorderseite, ZGS-Variante 1

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copyright: www.zollgrenzschutz.deRückseite, RZV-Variante (Weimar) copyright: www.zollgrenzschutz.deRückseite, ZGS-Variante 1 copyright: www.zollgrenzschutz.deRückseite, ZGS-Variante 2