scan001 2 Das Marschlied wurde von Karl Ernst Wicke komponiert und getextet. Die im Text erwähnten Einsatzgebiete (Polen, Böhmen und Mähren, Serbien, Frankreich) lassen auf eine Entstehung etwa Mitte 1941 schließen, noch vor dem Überfall auf die Sowjetunion.

Das Notenblatt machte zunächst einen eher inoffiziellen Eindruck. Der Komponist gab es im Selbstverlag heraus, es enthält keine Symbole oder Abzeichen und es ist dem Staatssekretär im Reichsfinanzministerium (Fritz Reinhardt) gewidmet, dessen Name mit Reichardt falsch geschrieben wurde. Dies wurde allerdings in offiziellen Publikationen der Reichsfinanzverwaltung korrigiert. Im November 1942 ordnete das Oberfinanzpräsidium Westmark die Anschaffung je einer Klavier- und zwei Textausgaben für jedes Bezirkszollkommissariat und jede Grenzaufsichtsstelle an, was jede Dienststelle 0,50 RM kostete. Dennoch scheint sich die Verbreitung des Liedes mehr auf die Oberfinanzpräsidien Köln und Westmark konzentriert zu haben.

Das Lied enthält (typische) heroische, überschwängliche und Hitler Treue schwörende Bestandteile, die (Propaganda-)Lieder von Waffengattungen, Einheiten und Organisationen in der Zeit des Nationalsozialismus aufweisen. Möglicherweise hat Wicke sich inspirieren lassen, denn die Textzeile Ob es stürmt oder schneit, ... steht bereit findet sich auch in anderen Liedern der Zeit und auch auf einer ZGS-Postkarte aus dem Jahr 1940.

Wicke hat das Notenblatt einem Mitarbeiter geschenkt und folgende Widmung verfasst:
Meinem tüchtigen Mitarbeiter und lieben Kameraden Karl Scherrer zur freundlichen Erinnerung.
Montzen, 30. November 1942

1. Strophe
Wir halten an Deutschlands Grenzen die Wacht,
Weit in Süden, in Nord, West und Osten.
In der Sonne Glut, in der kältesten Nacht
Steh'n wir fern der Heimat auf Posten.
Ob die Sonne scheint,
Ob es stürmt oder ob es schneit:
Der Zollgrenzschutz steht bereit.

Refrain

Refrain
Reich mir die Hand, Kam'rad, in Moor und Heide,
In Flur und Feld, Kam'rad, in Wald und Weide,
Im weiten Land, im Tal, von steiler Felsenwand
Grüßt uns am grauen Rock das grüne Ärmelband.
Das ganze große Land umschlingt dies grüne Band,
Mein herrlich stolzes deutsches Vaterland!
2. Strophe
Wir schworen den Eid für Führer und Reich
Unser'm Führer sind treu wir ergeben.
Ja, wir werden nicht müde, wir werden nicht weich,
Unser'm Führer weih'n wir das Leben.
In der großen Zeit,
Für des Vaterlands Herrlichkeit:
Der Zollgrenzschutz steht bereit.

Refrain

3. Strophe
Wo immer wir steh'n: am Meeresstrand,
In den Alpen und in den Beskiden,
Ob in Böhmen und Mähren, im serbischen Land,
Fern in Frankreichs sonnigem Süden,
Von den Lieben weit,
Überall in der Welt zerstreut:
Der Zollgrenzschutz steht bereit.

Refrain

4. Strophe
Und liegt erst am Boden Engeland
Und es ist in der Welt wieder Frieden:
Unser Großdeutsches Reich, unser heiliges Land,
Ja, auch ich durft' helfen es schmieden.
Voller Stolz und Freud'
Singen wir noch in später Zeit:
Der Zollgrenzschutz stand bereit.

Refrain