Geschichte

Nach dem Westfeldzug wurde u.a. das französische Lothringen vom Deutschen Reich annektiert und eine deutsche Zoll- und Finanzverwaltung unter dem Oberfinanzpräsidium Westmark eingerichtet. Anfang 1941 wurde das je nach Quelle Ausbildungslager oder Übungsplatz genannte Lager errichtet, das den Namen des sogenannten Blutzeugen der Bewegung Kurt Reppich trug. In mehrwöchigen Kursen wurden Zollgrenzschutz-Reservisten in Zoll-Themen sowie militärisch ausgebildet.
Die Ausbildungslager konnten innerhalb von 2 Wochen nur einen groben Querschnitt in der Ausbildung vermitteln, wogegen die Zollzüge in der Wehrmacht eine militärische Grundausbildung sicherstellten. Gegen Ende 1943 musste die Wehrmacht ihre Ausbildungskapazitäten für den eigenen Bedarf nutzen, worauf das Zollgrenzschutz auf 5 eigene Ausbildungslager zurückgriff. Eines davon war das Lager Arsweiler, in dem von Januar bis Juni 1944 in je 4-wöchigen Lehrgängen je 100 Männer ausgebildet werden sollten. Dieses Maß wurde nicht ganz erreicht, so verließen im Januar lediglich 79 ausgebildete Männer den Lehrgang.
Nach der am 06.06.1944 in Nordfrankreich erfolgen Landung der Alliierten wurde Lothringen bereits im August 1944 von amerikanischen Truppen erobert, deswegen war der Lehrgang im Juni vermutlich auch der Letzte.

Der Übungsplatz nutze Teile des ehemaligen Camp d'Angevillers am Rande des Ortes Angevillers (deutsch: Arsweiler). Nach dem Ersten Weltkrieg errichtete Frankreich an der Grenze zu Deutschland mit der Maginot-Linie starke Befestigungen und Abwehranlagen, um einen deutschen Angriff abschlagen zu können. Arsweiler bekam in den 1930er Jahren eine Kaserne der Festungstruppen, die im Kriegsfall die Anlage Rochonvillers besetzten. Dazu verbarg der nahe Wald einen Munitionseingang samt Verteidigungsanlagen. Nahe der Kaserne wurde eine Siedlung für Familien und Offiziere erbaut, die sogenannte Gartenstadt (Cité des Jardins), in der später der Zollgrenzschutz seinen Übungsplatz einrichtete. Die Kaserne selber scheint der Zollgrenzschutz nicht genutzt zu haben.

Lehrgänge / Tagungen
DatumLehrgangTeilnehmer
13.01. - 01.02.1941 1. Ausbildungslehrgang ?
05.02. - 26.02.1941 2. Ausbildungslehrgang ?
21.03. - ??.04.1941 4. Ausbildungslehrgang ?
09.05. - ??.05.1941 6. Ausbildungslehrgang ?
06.06. - 07.06.1941 Grenzpolizeiliche Schulung der HZA Metz und Saarburg > 34
10.06. - ??.06.1941 7. Ausbildungslehrgang ?
07.07. - ??.07.1941 8. Ausbildungslehrgang ?
15.09. - 04.10.1941 11. Ausbildungslehrgang ?
13.10. - 01.11.1941 12. Ausbildungslehrgang ?
09.02. - 28.02.1942 15. Ausbildungslehrgang ?
09.07.1942 13. Dienstbesprechung des OFP Westmark ?
Januar 1943 25. Ausbildungslehrgang / 2. Unterführer-Ausbildung ?
Januar 1944 1. Ausbildungslehrgang (militärisch) 79
Januar 1944 Grenzpolizeiliche Schulung ?
27.01.1944 Besuch des Reichsfinanzministers und Planspiel -
Februar 1944 2. Ausbildungslehrgang (militärisch) Ca. 100
März 1944 3. Ausbildungslehrgang (militärisch) Ca. 100
April 1944 4. Ausbildungslehrgang (militärisch) Ca. 100
Mai 1944 5. Ausbildungslehrgang (militärisch) Ca. 100
Juni 1944 6. Ausbildungslehrgang (militärisch) Ca. 100

 

Historische Ansichten

copyright: www.zollgrenzschutz.deZollgrenzschutz-Reservisten des 12. Ausbildungslehrgangs im Oktober 1941. Links oben ein Schild mit der Aufschrift Kurt Reppich Lager (Vergößerung rechts unten).

copyright: www.zollgrenzschutz.deIn der Nähe des Lagers befanden sich Bunkeranlagen der Maginot-Linie. Ob sie bei der Ausbildung genutzt wurden, ist nicht bekannt.

copyright: www.zollgrenzschutz.deDer Munitionseingang des Forts Rochonvillers. In den 1980er Jahren baute die Französische Armee einen Kommandobunker ein und veränderte den Eingang.

arsweiler04Deckblatt eines Ausbildungshandbuchs von 1942 oder 1943. Siehe weite runten für den Vergleich der Zeichnung mit dem tatsächlichen Aussehen.