Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation bestand um 1800 aus etwa 330 souveränen weltlichen und geistlichen Staaten, hatte aber kein einheitliches Wirtschaftsgebiet. Jeder dieser Staaten und Städte regelte seine Zollangelegenheiten selber, was zu einer verwirrenden Vielfalt von Zöllen und Abgaben führte, die teils an der jeweiligen Staatsgrenze, teils im Landesinneren erhoben wurden. Solange Deutschland durch ein Gewirr von Zollgrenzen und Zollstationen zerschnitten war, wurde eine systematische Grenzüberwachung durch Zöllner nicht für nötig gehalten.

Erst der im Jahr 1806 unter französischer Führung gegründete Rheinbund, ein loser Bund zwischen Baden, Bayern und Württemberg, leitete Änderungen ein. Diese Staaten hatten in der napoleonischen Ära einen erheblichen Gebietszuwachs zu verzeichnen, was die Erhebung von Zöllen zusätzlich erschwerte. Bayern hob deswegen als erster deutscher Staat im Jahr 1807 die Zollgrenzen zwischen seinen Landesteilen auf und verlegte sie an die Staatsgrenze, Württemberg folgte 1808, Baden 1812.
Der größte deutsche Staat war Preußen, der aus 117 Landesteilen bestand, die teils mit dem Kerngebiet im Osten keine Landverbindung hatten und in denen oft unterschiedliche Zollsysteme, Geldwesen, sowie Maß- und Gewichtssystem galten. Die Wende brachte das preußische Zollgesetz vom 26.05.1818, das zunächst die verworrenen Zollverhältnisse ordnete und ebenfalls die Zollgrenze an die Staatsgrenze verlegte.

Mehrere Verhandlungen über ein einheitliches deutsches Zollsystem nach dem Vorbild des preußischen Zollgesetzes scheiterten in den folgenden Jahren und mündeten in unterschiedliche Zusammenschlüsse:
14.02.1828 Zollvereinsvertrag zwischen Preußen und Hessen-Darmstadt
24.09.1828 Mitteldeutscher Handelsverein zwischen Hannover, Kurhessen, Nassau, Sachsen, den herzoglich sächsischen Häusern, den schwarzburgischen Häusern, den reußischen Häusern, Braunschweig, Schaumburg-Lippe, Frankfurt und Bremen. Er verlor in der Folgezeit an Bedeutung, weil mehrere Mitgliedsstaaten austraten und sich dem preußisch-hessischen Zollverein anschlossen.
22.03.1833 Zusammenschluss des preußisch-hessischen und des bayerisch-württembergischen Zollvereins. Durch Beitritte weiterer Länder konnte am 11.05.1833 der Deutsche Zollverein gegründet werden. Die restlichen Staaten schlossen sich später ebenfalls an, 1888 traten mit Bremen und Hamburg die letzten Staaten bei, womit ein einheitliches Wirtschafts- und Zollgebiet in Deutschland entstand.

Durch die Verlagerung der Zollgrenzen an die Staatsgrenzen wurde auch eine fiskalische Aufsicht notwendig, wobei erst mit Gründung des Deutschen Zollvereins Bestrebungen zu erkennen sind, eine einheitliche Grenzkontrolle durch Zöllner aufzubauen. Die Benennung in den Mitgliedsstaaten war zwar unterschiedlich, der Aufbau jedoch weitestgehend einheitlich, die Länder kontrollierten sich gegenseitig.

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