Geschichte

Nach den Invasionen der Alliierten in Frankreich zogen sich die Dienststellen des Zollgrenzschutzes Frankreich in Richtung Elsass zurück, sofern sie nicht in Gefangenschaft gerieten oder nach Spanien, Italien oder Schweiz übertraten. Aus den in Mülhausen (Mulhouse) gesammelten Männern wurde Anfang September 1944 das nach Regierungsrat Erich Stern (ehem. Leiter der Befehlsstelle Perpignan) benannte Bataillon aufgestellt, gemeinsam mit dem Bataillon Söllner.
Die drei Kompanien hatten den Abschnitt von Delle bis Lützel (Lucelle) nahe der Schweizer Grenze zu überwachen. Obwohl der Zollgrenzschutz Ende Oktober 1944 dem Reichssicherheitshauptamt unterstellt wurde, unterstand das Bataillon der Wehrmacht und kämpfte in deren Reihen.

Die Einheit hatte schnell Feindberührung und sollte am 20.11.1944 einen französischen Durchbruch bei Delle in Richtung Courtelevant abriegeln. Nachdem das Nachbarbataillon Söllner aufgerollt worden war, konnte auch das Btl. Stern am frühen Nachmittag nicht mehr standhalten. Die Verluste beider Einheiten an Gefallenen, Verwundeten und Gefangenen betrug mehr als 1/3 der Männer. Die Reste wurden danach in einen vorbereiteten Brückenkopf nach St. Ludwig (St. Louis) zurückgezogen. Verstärkt durch lokale Zollgrenzschutz-Dienststellen konnte der Brückenkopf zusammen mit Wehrmachttruppen 9 Tage lang gehalten werden. Nachdem der Ort durch Trommelfeuer sturmreif geschossen war und Häuserkämpfe begonnen hatten, setzten die restlichen Männer in Sturmbooten über den Rhein. Von beiden Einheiten waren zu diesem Zeitpunkt ca. 300 Mann ausgefallen.

Anfang Dezember 1944 wurde das Btl. aufgelöst und in Donaueschingen Teil des Bataillon VI Oberrhein.

Daten
Bezeichnung Laut Bataillonsbefehle: Zollgrenzschutz-Bataillon Stern, 17.10.1944 Grenzschutz-Bataillon Stern
Laut Feldpostübersicht: 17.11.1944 Grenz-Sicherungs-Bataillon Stern (VGAD)
Unterstellung Generalkommando des LXXXV Armeekommandos
22.09.1944 Kampfkommandant Belfort
05.10.1944 Generalkommando Dehner
Bestehen Ca. 01.09.1944 - Anfang Dezember 1944
Feldpostnr. 64055
Führung Kommandeur: Regierungsrat Erich Stern
Stärke 1 Btl.-Kommandeur, 3 Kompanieführer, 70 Grenzbeamte, 328 Reservisten (15.11.1944)
Einsatz Stand 21.09.1944:
Stab in Oltingen (Oltingue)
1. Kompanie: Kompanietrupp und 1. Zug in Hagental, 2. Zug in Wetzweiler, 3. Zug in Bettlag
2. Kompanie: Kompanietrupp und 1. Zug in Pfirt (Ferrette), 2. Zug in Rädersdorf, 3. Zug in Werentzhausen
3. Kompanie: vollständig in Oltingen (Oltingue)