Im Jahr 1903 erbaut, beherbergte das Gebäude zunächst ein katholisches Seminar bzw. eine katholische Oberschule, die 1937 vom Land Sachsen aufgelöst wurde. Danach zog die Zollschule ein und übergab den Bau an den Heeresstandortarzt übergeben zwecks Nutzung als Reserve-Lazarett. 1945 erlitt das Gebäude schwere Bombenschäden, die man nach dem Krieg langsam beseitigte. Jedoch wurde der Ursprungszustand nicht wiederhergestellt, denn die Erker, Spitzen, das aufwendig gestaltete Hauptportal und der Zierrat fielen weg. Ab 1947 zogen nacheinander die Sorbische Oberschule, das Sorbische Institut für Lehrerbildung und der heutige Nutzer, das Sorbische Gymnasium ein.
Zahlreiche Postkarten der Schule deuten darauf hin, dass die Schule Ende der 1930er Jahre der (Um-)Schulung von Angehörigen der ehemaligen Tschechoslowakei diente.
Bei Übernahme durch das Reichsfinanzministerium sah man den Zustand zwar als geeignet, aber nicht optimal an. Der Putz an der Außenwand war bis auf einige Stellen gut, dafür befand sich das Dach in schlechtem Zustand, eine Renovierung der Räume war nötig. Für die Zwecke der Schule musste das komplette Inventar neu angeschafft werden. Der Hausmeister wohnte im Kellergeschoss, während die Schulleiter-Wohnung im ersten Geschoss lag. Die 200qm große Turnhalle war nur schwer heizbar, die zweigeschossige 170qm große Aula galt wegen bemalter Fenster als zu dunkel, ein dritter Unterrichtsraum ließ sich nur durch Umbau eines Schlafsaals im 3. Geschoss herrichten. Wirtschafter und Kantineninhaber war in den 40er Jahren Herbert Joel.

Daten
Akt. Anschrift Friedrich-List-Straße 8, D-02625 Bautzen
Bestehen 11.10.1937 - 14.02.1942
Fläche 2.200 qm
Schülerzahl 220
Leitung Zollamtmann/Zollrat (Paul ?) Rohr
Übergeordnet Reichsfinanzministerium (fachlich), Oberfinanzpräsidium Dresden (administrativ)

 

Galerie (zum Vergrößern anklicken)

img2403 k img2405 k img2411 k

img2409 k img2410 k