Sie sind auf der Suche nach Informationen zu Angehörigen, Dienststellen oder Ausrüstung des Zollgrenzschutzes? Hier finden Sie die wichtigsten Anlaufstellen, Bücher und Archive.

 

1. Einleitung

Der Grenzaufsichtsdienst, Zollgrenzdienst, bzw. Zollgrenzschutz wurde in den 1930er Jahren deutlich verstärkt und setzte sich überwiegend aus Beamten zusammen. Darunter waren junge Kräfte, aber auch ehemalige Zeitsoldaten der Reichswehr/Wehrmacht (sogenannte Versorgungsanwärter), die nach Ablauf ihrer 12 Jahren Militärzeit in die öffentlichen Verwaltung wechseln durften. Zu Beginn des Kriegs wuchs der Personalbedarf durch die Einsätze in den besetzten Gebieten stark an, sodass zunächst Hilfspersonal aus der nahen Grenzbevölkerung notdienstverpflichtet (Notdienstverordnung von 1938) wurde. In den Folgejahren mussten junge Beamten und ehemalige Soldaten nach und nach an die Wehrmacht abgegeben werden. Die entstandenen Lücken wurden mit Notdienstverpflichteten aus immer älteren Jahrgängen aufgefüllt, so dass der Zollgrenzschutz in der letzten Hälfte des Krieges an der Basis kaum noch aus Beamten und gelernten Zöllnern bestand.

Die Aktenlage ist heute je nach Einsatzgebiet sehr unterschiedlich. Während sich aus den Westgebieten durch die mitunter gut organisierten Rückzüge und die Nähe zum Reichsgebiet hier und da einiges erhalten hat, ist dies durch die meist hastigen Rückzüge über tausende Kilometer aus dem Osten und Süden leider anders. Auf den eiligen Rückzügen kam oft nur das Allernötigste mit und zwar das, was an Ausrüstung, Waffen und Munition transportiert konnten. Was nicht mitgenommen werden konnte, darunter auch Akten und Personalunterlagen, blieb zurück oder wurde vernichtet. Vielfach konnte man man sich nur sehr knapp vom Gegner absetzen bzw. wurde eingeschlossen, hatte mit Partisanen zu kämpfen oder musste unwegsames Gelände überwinden. Mit Glück konnten Eisenbahn oder LKW genutzt werden, oft genug blieben aber nur Pferde-/Eselkarren, Fahrräder oder der Fußmarsch übrig.
In den letzten Kriegsmonaten wurden tausende Zöllner hastig in Zoll-Kampfeinheiten zusammengefasst, bzw. von der Wehrmacht vereinnahmt. In dieser chaotischen Zeit spielte das Führen von Akten eine untergeordnete Rolle, außerdem wurden gegen Kriegsende zahlreiche Akten vernichtet. Angeblich ordnete Staatssekretär Fritz Reinhardt kurz vor Kriegsende die Vernichtung des Zollgrenzschutz-Archivs an.

Dennoch scheinen zunächst durchaus beachtliche Aktenbestände in den einzelnen Dienststellen des westlichen Reichsgebiets überlebt zu haben, wie sich immer wieder bei Entnazifizierungsvorgängen oder Vermisstenfällen festellen lässt. Dort ließen sich teils ausführliche Auskünfte beschaffen, wenn es um Fragen der Wiedereinstellung in die Finanzverwaltung oder um Rentensachen der Angehörigen ging. Von derartigen Unterlagen hat es aber leider nur ein kleiner Teil in die Archive geschafft, vermutlich wurde der größte Teil sie in den 1960er/70er Jahren nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen vernichtet.

Zunächst stellt sich die Frage wo man suchen soll, da Zöllner während des Krieges im Zweifel an verschiedenen Orten eingesetzt waren und damit verschiedene Dienststellen und Archive bei der Suche in Frage kommen:

  • Oberfinanzpräsidium (OFP): Die OFP unterstanden dem Reichsfinanzministerium. Insbesondere höhere Beamte waren einem Oberfinanzpräsidium zugeordnet und blieben dies auch bei der Versetzung in die besetzten Gebiete. Der Zollgrenzschutz in den besetzten Gebieten unterstand zudem in den meisten Fällen einem OFP. Unterlagen der OFP im Gebiet der heutigen BRD sind, wenn überhaupt, an die jeweiligen Landesarchive in den Bundesländern gegangen.
  • Hauptzollamt (HZA): Die HZA unterstanden den OFP und waren der eigentliche Träger des Zollgrenzschutzes im Reichsgebiet, ihnen oblag die grundsätzliche Organisation des Zollgrenzschutzes in ihrem Zuständigkeitsbereich und sie organisierten auchg häufig die Abstellung von Personal in die besetzten Gebiete. Unterlagen der HZA im Gebiet der heutigen BRD sind, wenn überhaupt, an die jeweiligen Kommunal- oder Landesarchive gegangen.
  • Bezirkszollkommissariat (BZKom): Die BZKom unterstanden den HZA, Personalunterlagen wurden bei ihnen nicht oder nur in geringem Umfang geführt. Vorhanden waren eher Akten über die allgemeine Dienstverrichtung und Vorkommnisse bei der Dienststelle, wie Diensttagebücher usw. Unterlagen der BZKom im Gebiet der heutigen BRD sind, wenn überhaupt, an die jeweiligen Kommunal- oder Landesarchive gegangen.
  • Zoll- bzw. Grenzaufsichtsstelle (ZASt bzw. GASt): Sie unterstanden den BZKom und verrichteten den eigentlichen Dienst an der Grenze. Das Führen von Personalunterlagen war unüblich, auch hier gab es überwiegend nur Unterlagen über die allgemeine Dienstverrichtung und Vorkommnisse bei der Dienststelle. Unterlagen im Gebiet der heutigen BRD sind, wenn überhaupt, an die jeweiligen Kommunal- oder Landesarchive gegangen.

 

2. Was kann man machen?

Hilfreich kann sein, möglichst viele Informationen in der Familie zusammenzutragen wie z.B. Dienstzeugnisse, Einberufungsunterlagen, Ahnenpass, Ausweise, Feldpostbriefe, Fotos, Urkunden, Nachkriegsunterlagen, Einsatzorte usw. Aber auch die Erzählungen und das Wissen der älteren Generationen sind ein großer Wissensschatz. Ansonsten benötigt ein Forscher meist Ausdauer, da man die gesuchten Informationen leider nur selten auf dem Silbertablett findet, sondern die Nachforschungen durchaus mit einiger Mühe verbunden sind.

  • War die Person Beamter, finden sich möglicherweise Informationen in den Dienstalterslisten (siehe unten bei den Dienstalterslisten )
  • Wurden Auszeichnungen wie z.B. das Zollgrenzschutz-Ehrenzeichen verliehen, haben möglicherweise Verzeichnisse in den Beständen der Präsidialkanzlei im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde überlebt
  • Falls der Gesuchte nach dem Krieg wieder bei der Finanzverwaltung arbeitete, könnte das zuständige Landesarchiv oder das Bundesarchiv Koblenz Personalakten haben
  • War die Person Hilfszöllner, dann wurde sie notdienstverpflichtet und die Einberufungsunterlagen könnten im für den Wohnort zuständigen Stadt- oder Landesarchiv liegen
  • Sollte Ihre Familie bereits vor längerer Zeit Anfragen an Archive und Suchdienste gerichtet haben, lohnt es sich eventuell um Kopien dieser früheren Anfragen zu bitten. Vielleicht erhalten Sie dadurch Anhaltspunkte, die in der Zwischenzeit verloren gegangen sind.
2.1 Schnell gemacht
  • Schreiben Sie mich an (email), ich schaue gerne in meinen Unterlagen nach, ob sich dort etwas finden lässt und gebe gerne Tipps zur weiteren Nachforschung.
  • Benutzen Sie die Namenssuche in Invenio, dem kostenlosen Online-Verzeichnis des Deutschen Bundesarchivs, um vorhandene Personalakten zu finden:
    • Öffnen Sie Invenio, die Suche kann ohne Anmeldung benutzt werden
    • Klicken Sie oberhalb der Log-in-Felder auf Suche ohne Anmeldung
    • Falls eine Willkommens-Seite erscheint, kann sie weggeklickt werden
    • In in der Menüleiste der Webseite auf Suche klicken (nicht auf Navigierende Suche)
    • In der neuen Ansicht im Untermenü (gelb unterlegt) auf Namenssuche klicken
    • In der neuen Ansicht kann nach Namen gesucht werden
    • Wurde etwas gefunden, können unter Umständen Kopien bestellt werden, schreiben Sie das Bundesarchiv am besten an
  • Suchen Sie in den Online-Verzeichnissen der in Frage kommenden Kommunal- und Landesarchive am Wohnort und den Einsatzorten
  • Suchen Sie in der kostenlosen Online-Gräbersuche der Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dort sind mittlerweile ca. 5 Millionen Namen der vom Volksbund betreuten Kriegsgräber erfasst
2.2 Kann sich lohnen, dauert aber

Nicht alle Unterlagen und Informationen, die bei Archiven und Organisationen liegen, sind in Online-Verzeichnissen (sogenannten Findbüchern) abrufbar. Die Digitalisierung und Datenerfassung ist noch nicht überall abgeschlossen, darüber hinaus werden bei der Erfassung von den teils sehr umfangreichen Akten eher Schlagworte berücksichtigt und nicht alle vorkommenden Personennamen. Vielfach liegt bei der Digitalisierung der Fokus auf geschichtlich sehr relevante Unterlagen, sodass selbst entsprechende Findbücher nicht immer online verfügbar sind. Deswegen kann sich eine schriftliche Anfrage zu konkreten Personen oder Dienststellen durchaus lohnen.

  • Die sogenannte Deutsche Dienststelle bzw. WASt, inzwischen eine Abteilung des Bundesarchivs, besitzt umfangreiche Informationen über Personen, Schicksale, Grabstätten, Erkennungsmarken, Einheiten usw. zu deutschen Soldaten und anderen Organisationen wie z.B. dem Zollgrenzschutz
  • Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes beschäftigt sich mit der Suche nach Verschollenen des 2. Weltkrieges. Die Vermisstenbildlisten aus den 1950er und 1960er Jahren sind inzwischen auch online einsehbar.
  • Der Internationale Suchdienst Arolsen gibt Auskünfte über Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung
  • Nichts in Invenio gefunden? Das Bundesarchiv hat in den letzten Jahren zahlreiche Archive übernommen wie z.B. die Deutsche Dienststelle / WASt, die Zentrale Erfassungs- und Auskunftsstelle für Angehörige der ehemaligen Reichsfinanzverwaltung, das Berlin Document Center (Unterlagen zu NS-Mitgliedschaften), Akten vom Kirchlichen Suchdienst / Heimatortskartei (Ost-Vertriebene), das Krankenbuchlager. Nicht alles ist schon katalogisiert und in Invenio vorhanden, manches wird eventuell aus Datenschutzgründen nicht online erfasst. Schreiben Sie das Bundesarchiv deswegen im Zweifel am besten an.
  • Schreiben Sie inländische Kommunal- und Landesarchive an, in deren Bereich die gesuchte Person Dienst tat. Z.B. im Falle einer Notdienstverpflichtung musste die Polizei- bzw. Kommunalverwaltung am Wohnort informiert werden und derartige Akten haben sich vielfach erhalten.
  • Nachfragen können sich auch bei ausländischen Orts- und Staatsarchiven lohnen, manchmal wurden Unterlagen zurückgelassen
2.3 Archivbesuch

Manchmal ist ein Archiv-Besuch hilfreich, um in Ruhe alle in Frage kommenden Akten durchzusehen.

  • Schreiben Sie das in Frage kommende Archiv am besten frühzeitig an, um das Vorhandensein von relevanten Akten, Klärung von Fragen und Formalitäten (z.B. Benutzungsantrag) zu erledigen. Viele Archive bestehen auch außerhalb von Corona-Zeiten auf eine Anmeldung und halten nur eine begrenzte Anzahl von Arbeitsplätzen vor, die teils schon Wochen im Voraus ausgebucht sein können.
  • Falls Sie sich bestimmte Akten anschauen wollen, kann eine vorherige Reservierung dieser Unterlagen lohnen, damit die Akten beim Besuch direkt vorliegen. Viele Archive haben haben selten genutzte Archivalien ausgelagert und müssen sie erst anliefern lassen, zudem ist die Anzahl der pro Tag einsehbaren Akte teils begrenzt. Außerdem gelten vor Ort mitunter enge Bestellfristen mit manchmal nur 2-3 Aktenterminen am Tag zu festen Zeiten.
  • Am besten ebenfalls frühzeitig klären, ob relevante Akten noch eine Schutzfrist haben, das heißt, ob sie zur Einsicht gesperrt sind. Dies kann man häufig durch einen formellen Antrag mit einer sachgerechten Begründung umgehen, dessen Bearbeitung aber wiederum Zeit in Anspruch nimmt.
  • Viele Archive erlauben inzwischen das Abfotografieren von Unterlagen zu privaten Zwecken. Das spart Kosten, da das Anfertigen von Kopien durch das Archiv durchaus 0,50 € und mehr pro Seite kosten kann. Deswegen am besten eine Kamera (Handy) und ausreichend Akkus bzw. Ladekabel und Speicherkarten mitnehmen. Laptops sind meist gestattet, Stromanschlüsse gibt es oft am Arbeitsplatz. Manche Archive verfügen über professionelle Scanner, die Besucher nutzen dürfen, dafür wird meist ein USB-Stick benötigt. Nicht vergessen sollte man einen Ausweis und Notizblock samt Bleistift (Kugel- und Tintenschreiber sind teils verboten).

 

3. Publikationen
3.1 Dienstalterslisten

Ab 1926 gab die Reichsarbeitsgemeinschaft Deutscher Zollbeamtenverbände Dienstalterslisten heraus, basierend auf Unterlagen des Reichsfinanzministeriums. Die Listen enthalten neben Name und Rang auch Eintritts- und Beförderungsdaten, sowie teilweise die Dienststelle. Möglicherweise erschienen in der Folgezeit weitere Listen.

  • Handbuch für deutsche Zollbeamte, Stand 01.10.1926
  • Jahrbuch der Reichszollverwaltung, Stand 01.01.1930
  • Dienstaltersliste umfassend die Beamten der Reichszollverwaltung (ab Besoldungsgruppe A4c), Stand März 1933

Der Reichsverband der akademischen Finanz- und Zollbeamten veröffentlichte ebenfalls Daten aus den Unterlagen des Ministeriums, 1927 erschien der dritte Jahrgang.

  • Taschenbuch 1927, Stand 01.03.1927
3.2 Reichsfinanzblatt

Im Amtsblatt der Reichsfinanzverwaltung (Reichsfinanzblatt) wurden die gängigen Vorschriften veröffentlicht. Dazu enthielt es in späteren Ausgaben Ernennungen, Versetzungen und Auszeichnungen. Mit Kriegsbeginn wurden in sogenannten Ehrenlisten die Namen von Gefallenen samt Angabe der Dienststelle genannt. Dabei umfassten die Listen nicht nur aktive Zollbeamte, sondern auch Zollgrenzschutz-Reservisten und in militärischen Formationen dienende ehemalige Angehörige der RFV. Das Amtsblatt gibt es z.B. in Uni-Bibliotheken und Staatsarchiven.

3.3 Literatur zur Zollgeschichte

Nachfolgend einige Werke, die sich konkret mit dem Zollgrenzschutz und der Zollverwaltung befassen.

bucheulitzGeschichte des Zollgrenzdienstes (Der Zollgrenzdienst)
Autor: Walter Eulitz
Verlag: Stollfuß Verlag, Bonn, 1968
Die wichtigste Quelle in Buchform ist der im Auftrag des Bundesfinanzministeriums geschriebene Titel, welcher auf knapp der Hälfte von 300 Seiten die Geschichte des Zollgrenzdienstes / Zollgrenzschutzes behandelt. Eulitz gehörte dem Stab des Generalinspekteurs des Zollgrenzschutzes an. Im Buch wird ausführlich auf die Einsätze in besetzten Gebieten sowie die Organisation eingegangen, jedoch ohne Namen von Personen zu nennen. Die Unterlagen und Erfahrungsberichte, die Eulitz dazu von ehemaligen Zollgrenzschützern in den 60er Jahren gesammelt hat, sind im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde (Bestand R110 Anhang) einsehbar. Damit hat Eulitz eine Basisarbeit geleistet, ohne die heute viele Informationen verloren wären. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Einsatz in den besetzten Gebieten, dem Verhältnis zum Nationalsozialismus, dem Umgang mit der örtlichen Bevölkerung und Juden, dem Waffengebrauch an der Grenze, evtl. Verstrickung in NS-Verbrechen usw. enthält das Buch allerdings nicht.

buchkirmsseAlexander Kirmsse - Zollgrenzschutz in Frankreich 1941-44
Autor: Peter Detlef Kirmsse
Verlag: Lulu.com, 2016
Alexander Kirmsse war Hauptzollamtsvorsteher und Befehlsstellenleiter im Zollgrenzschutz. Sein Sohn hat persönliche Unterlagen, Fotos und das Kriegstagebuch der Befehlsstelle Dax in ein sehr lesenswertes Buch zusammengefasst, das einen tiefen Einblick in den Alltag bietet. Dabei wurde nichts zensiert oder weggelassen.

buchvareseChronik über den Kriegseinsatz des Zollgrenzschutzes in Italien - Bezirkszollkommissariat Varese land i land d
Autor: Chiara Zangarini
Verlag: Macchione Editore, Varese, 2017
Das Bezirkszollkommissariat im italienischen Varese hielt die Geschehnisse und Einsätze des Jahres 1943 in einer Art Tagebuch und Fotoalbum fest. Die Unterlagen wurden in einem italienischen Archiv wiedergefunden und in dem zweisprachigen Buch (Italienisch und Deutsch) veröffentlicht. Das Buch gibt einen hochinteressanten Überblick über das Tagesgeschäft der Zöllner, Einsätze gegen Partisanen und die geistige Einstellung.

buchluxemburg1Die deutsche Zollverwaltung in Luxemburg 1940 bis 1944 - Versuch einer Rekonstruktion
Autor: Detlev Zuckarelli
Herausgeber: Luxemburger Zoll-Gewerkschaft, Luxemburg, 2008, ISBN 978-2-9559-735-1-2
Ausführlich wird der Einsatz deutscher Zöllner in Luxemburg und Luxemburger Zöllner in der Reichsfinanzverwaltung dargestellt. Unterstützt durch zahlreiche Fotos, Grafiken, Karten, Listen und Schilderungen von Zeitzeugen bietet das mehr als 200 Seiten starke Buch eine beachtliche Fülle von Details, verliert aber auch den Gesamtzusammenhang nicht aus dem Blick. Das Buch sollte noch bei der Gewerkschaft zu haben sein.

buchraekerDie Zollstellen im Bezirk der Oberfinanzdirektion Münster (1818-2015)
Autor: Jörg Räker
Herausgeber: Hauptzollamt Dortmund, 2016
Man sieht dem Buch an, dass der Autor eine enorme Mühe in das Buch gesteckt haben muss. Auf über 800 Seiten listet Räker alle ehemaligen und aktuellen Zollstellen des Bezirks Münster auf, erzählt ausführlich deren Geschichte und konnte vielfach sogar Fotos und die Namen der Dienststellenleiter finden. Das Buch kann über das Hauptzollamt Dortmund bezogen werden zu einem Spottpreis von nur 25 Euro (Stand 2017).

buchsandkuehler Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus, Band 16: Durchschnittstäter
Herausgeber: Christian Gerlach
Verlag: Schwarze Risse, Berlin, 2000, ISBN 3-922611-84-2
Das Buch beschäftigt sich in einem etwa 60-seitigem Kapitel (von rund 270 Seiten) mit der Verstrickung von SS-Grenzpolizei und Zollgrenzschutz im NS-Staat. Dort beleuchtet Autor Thomas Sandkühler konkrete Vorfälle, geht aber auch auf den Aufbau und Einsatz ein und bietet einen sehr ausführlichen Quellenanhang.

buchfoxDer Wasserzolldienst an den deutschen Küsten, Flußmündungen, Flüssen und Binnengewässern
Autor: Werner Fox
Verlag: Selbstverlag, Hamburg, 2003
Fox behandelt in seinem Buch auf knapp 420 Seiten die Geschichte des Wasserzolls vom 19. Jahrhundert bis zur Wiedervereinigung (5. Auflage 2003). Davon betreffen etwa 50 Seiten die Wasserzöllner zwischen 1919 und 1945. Im Buch ist weniger über die Organisation und den Einsatz zu erfahren, dafür viel über die verwendeten Schiffe.

buchfoxMouthe sous l'occupation land i
Autor: Alexandre Cornu
Verlag: Éditions Ouverture, Mont-sur-Lausanne, 2. Auflage 2015, ISBN 978-2-88413-337-1
Schade, dass es nur auf Französisch verfügbar ist, denn das Lesen lohnt sich wirklich. Der Autor erzählt auf über 250 Seiten die deutsche Besatzungszeit im ostfranzösischen Mouthe nahe der schweizer Grenze nach. Mouthe war ein wichtiger Standort des Zollgrenzschutzes und nimmt im Buch viel Platz mit Fakten und Fotos ein. Cornu, ein schweizer Gendarm, ist keiner Seite verpflichtet und führt den Leser durch die Zeit vom Auftauchen der ersten deutschen Soldaten im Sommer 1940 bis zu den Kämpfen im September 1944. Kenntnisreich und mit vielen Fotos, Zeitzeugen beider Seiten, Dokumenten und Details schafft er es, einen guten Eindruck der Gegebenheiten zu vermitteln. Dabei bleiben weder die deutschen Taten noch die Erschießung von etwa 50 gefangenen Deutschen durch Résistance-Kämpfer unerwähnt.

buchfoxHalt Zoll! Der Zoll in Deutschland - 1945 bis heute
Autor: Fritz Baronner
Verlag: Selbstverlag, 2019
Auf über 330 Seiten wird die deutsche Zollgeschichte der BRD und DDR seit 1945 in vielen Facetten dargestellt. Umfangreich bebildert, erzählt der Autor (ein ehemaliger Zöllner) sehr informativ die Entwicklung der Zollverwaltung von den Anfängen in der Nachkriegszeit über die Wiedervereinigung bis heute nach. Dienstkleidung, Bewaffnung, Ausrüstung, Ausbildung, Zollhunde, Dienst, Schmuggel und Institutionen sind nur einige der zahlreichen Themen. Das Buch ist beim Autor erhältlich (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) .

3.4 Militaria-Magazine

Seit den 1980er Jahren erschienen in zahlreichen Militaria-Magazinen Aufsätze über den Zollgrenzschutz zu Themen wie z.B. Uniform, Abzeichen, Dienstgrade, Blankwaffen und Flugdienst. Eine Übersicht der mir bekannten Artikel befindet sich auf der Seite Quellen & Literatur.

3.5 Allgemeine Finanzgeschichte

Geschichte der Finanzverfassung und -verwaltung in Westfalen seit 1815
Autor: Wolfgang Leesch u.a.
Verlag: Oberfinanzdirektion Münster, Münster, 1998, ISBN 3-00-002552-9

Fortschritt und Barbarei - Österreichs Finanzverwaltung im Dritten Reich
Autor: Wolfgang Fritz
Verlag: LIT Verlag, Wien, 2010, ISBN 978-3-643-50247-6

Die Reichsfinanzverwaltung im Nationalsozialismus
Autor: Martin Friedenberger u.a.
Verlag: Edition Temmen (Veröffentlichung der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz), 2002, Bremen, ISBN 3-86108-377-9