Mit Kriegsende übernahmen die in der Britischen Besatzungszone stehenden alliierten Truppen (darunter Briten, Kanadier und Polen) die Grenzkontrolle und errichteten in Grenznähe eine Sperrzone, die auch alle deutschen Zöllner verlassen mussten. Die wiedererrichtete deutsche Finanzverwaltung erhielt schon Ende 1945 den Auftrag, geeignetes Personal für die Grenzbewachung in der Sperrzone auszuwählen, wobei mangels ausreichendem Personal auch auf ehemaliges Grenzpersonal anderer Gebiete zurückgegriffen wurde. Aufgaben waren unter anderem der Streifendienst unter Aufsicht des britischen Field Security Service (FSS) sowie Durchsuchung und Festnahme von Personen bei illegalen Grenzübertritten. Im März 1946 übernahm der Zollgrenzschutz die Verantwortung für die Grenze, zunächst in den aus der Reichsfinanzverwaltung bekannten Strukturen unter Führung der Oberfinanzpräsidien und Hauptzollämtern. Dabei musste man praktisch von vorne beginnen, mangelte es doch an Personal, Bekleidung, Ausrüstung, Waffen etc.
Mit Wirkung vom 1. Juni 1946 wurde der Zollgrenzschutz aus der Finanzverwaltung herausgelöst und dem britischen Frontier Control Service (FCS) mit Sitz in Oldenburg unterstellt, der seine Weisungen direkt von der Militärregierung erhielt. Als deutscher Chef fungierte der Chefinspektor des Zollgrenzschutzes in Oldenburg (1948 nach Cuxhaven verlegt), darunter standen die Inspektionen des Zollgrenzschutzes und nachfolgend Kommissariate, Grenzaufsichtsstellen, Grenzübergänge und Zollschiffstationen. Den Dienststellen waren jeweils britische Angehörige des FCS zugeordnet.
Die Versorgungsschwierigkeiten konnten in den ersten Jahren nur unzureichend gelöst werden. Die Grenzer trugen deswegen Uniformen und Dienstgradabzeichen gemäß der Bekleidungsordnung von 1937, jedoch ohne nationalsozialistische Symbole. Insofern fielen der Adler auf der Mütze, der Ärmelstreifen und die RFV-Auflagen der Schulterklappen weg. Die Mütze erhielt ein dreieckiges Abzeichen mit der Aufschrift ZGS, für den Landzoll in grün und den Wasserzoll in blau. Trotz der schwierigen Zeiten mit knappen Rohstoffen wurden künstlerische Abzeichen geschaffen und in Emaille ausgeführt.
Für Zollgrenzschützer in Zivil gab es eine blaue Armbinde mit der Aufschrift Frontier Control - Zollgrenzschutz. Erst das Öffnen von Beutelagern und die Errichtung von Ausrüstungslagern in Oldenburg und Cuxhaven konnte die Situation verbessern. Der Ausrüstung mit Waffen standen die britischen Behörden ablehnend gegenüber und gestatteten lediglich Holzknüppel zur Selbstverteidigung. Die Einstellung änderte sich erst mit dem zunehmend bandenmäßig organisierten Schmuggel.
Anfang 1949 übernahm der Zollgrenzschutz auch die Bewachung der Grenze zur sowjetisch kontrollierten Ostzone, die seit der Währungsreform eine Devisengrenze darstellte.
Auf Ausbildung der alten Grenzer und des Nachwuchses wurde von Anfang an Wert gelegt und mit der Zollschule in Düsseldorf sowie der Zollgrenzschutzschule in Flensburg (später nach Cuxhaven verlegt) institutionalisiert. Zollhunde bildete man in Quakenbrück (später nach Rehden und dann nach Bleckede verlegt) aus. Die Organisationsstruktur wurde kontinuierlich weiterentwickelt und sah zuletzt wie folgt aus:
Inspektion | Errichtung | Sitz |
---|---|---|
Aachen | 1948 | Aachen |
Braunschweig | 1949 | Braunschweig |
Flensburg | 1948 | Flensburg |
Hannover-Küste | 1948 | Aurich |
Hannover-Land | 1948 | Meppen |
Kiel | 1948 | Eckernförde |
Niederrhein | 1948 | Krefeld |
Northeim | 1949 | Northeim |
See | 1948 | Eckernförde, später Cuxhaven |
Uelzen | 1949 | Uelzen |
Unterelbe | 1948 | Hamburg |
Westfalen | 1948 | Borken |
Ende der 1940er Jahre übertrugen die westlichen Alliierten den deutschen Organen zunehmend Befugnisse, im September 1948 begann der Parlamentarische Rat mit der Ausarbeitung des Grundgesetzes, im Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet. In diesem Kontext wandelte man den FCS im September 1949 in den Frontier Inspection Service um, der nun lediglich Aufsichtsfunktionen ausübte und die Verantwortung der Chefinspektion des Zollgrenzschutzes übertrug. Im Laufe des Jahres 1949 ging der Zollgrenzschutz im Zollgrenzdienst der wirtschaftlich vereinigten britischen und amerikanischen Besatzungszone (Bizone) auf, aus der Chefinspektion des Zollgrenzschutzes in Cuxhaven wurde die Zollgrenzdirektion Nord.