Die ersten militärisch gegliederten Zollgrenzschutz-Einheiten entstanden Anfang/Mitte 1944 im Generalgouvernement, was grundsätzlich durchaus dem schon Anfang 1939 entwickelten Konzept mit Gliederung in Befehlsstellen entsprach. Die Befehlsstellen dienten dabei als Bataillons-Stab, während die nachgeordneten Bezirkszollkommissariate mit ihren Grenzaufsichtsstellen die Kompanien darstellten. So konnte der Zollgrenzschutz im Bedarfsfall zusammengefasst an Schwerpunkten eingesetzt werden und noch vor dem Eintreffen von schlagkräftigen Wehrmachteinheiten den Gegner aufhalten, bzw. schnell in die militärische Grenzwacht eingegliedert werden. Möglicherweise versprach man sich auch eine höhere Kampfkraft und geringeren Organisationsaufwand, wenn man die bestehenden Befehlsketten und Strukturen des Zolls beibehielt und die Dienststellen lediglich militärisch organisierte. 1944/45 entstanden auch in Ostpreußen, Schlesien, Danzig, im Protektorat Böhmen und Mähren, Elsass und im Schwarzwald meist auf die Schnelle zusammengewürfelte Zollgrenzschutz-Einheiten. Tatsächlich fehlte es jedoch an militärischer Erfahrung, Ausrüstung, Nachschub, schwerer und einheitlicher Bewaffnung. Aber auch die Überalterung der Einheiten stellte ein Problem dar. Deswegen wurden die Bataillone zunächst nur hinter der Front für Schanz- und Bewachungsaufgaben eingesetzt und hatten bei Fronteinsätzen hohe Verluste zu beklagen.

WestenOstenUnbekannt
  • Danzig & Ostpreußen
    • Bataillon Blank / Vogt / Brandstädter
    • Bataillon Buhl
    • Bataillon Danzig / Schrappien
    • Bataillon Huber *
    • Bataillon Praedel / Prädel *
    • Einheit Hamann *
    • Einheit Schröter *
    • Kompanie Fuchs *
    • Kompanie Wendrin *
  • Schlesien
  • Regiment 3 *
  • Bataillon 63 *
  • Bataillon Bayer *
  • Kompanie Mallnitz
  • Kompanie Schrenk *
  • Kompanie Schubel *
  • Einheit Schmidt
  • Einheit Schrötter

* Diese Einheiten werden fast ausschließlich in der DRK-Vermisstenbildliste genannt, weitere Informationen über Einsatz, Stärke etc. sind nicht bekannt. Soweit anhand der Vermissten-Daten nachvollziehbar, waren sie überwiegend im Osten (Ostpreußen, Polen, Tschechoslowakei) eingesetzt. Vermutlich wurden die örtlichen Dienststellen rasch zu militärischen Einheiten zusammengefasst und in den Kampf geworfen. Die Benennung dürfte nach Ort/Region bzw. Dienststellenleiter erfolgt sein.
** Das Grenzschutz-Btl. Pfetterhausen wird nur in der DRK-Vermisstenbildliste genannt. Mitte November 1944 waren in und um Pfetterhausen (heute Pfetterhouse im Elsass) für wenige Stunden die Bataillone Söllner und Stern in Kampfhandlungen mit französischen Truppen verwickelt. Das war der einzige Einsatz von ZGS-Bataillonen in dem Ort, deswegen ist wahrscheinlich eines von ihnen mit dem Btl. Pfetterhausen gemeint, wobei das Btl. Stern näher an dem Ort stand.