Zollgrenschutz-Blog

Im Blog erscheinen von Zeit zu Zeit Beiträge und Neuigkeiten zu allgemeinen oder besonderen Themen rund um den Zollgrenzschutz. Funktionen wie Kommentare usw. werden demnächst noch implementiert, schicken Sie Fragen oder Anmerkungen gerne an email.


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Beide Abzeichen werden überwiegend der Reichsfinanzverwaltung (RFV) bzw. dem Zollgrenzschutz zugeschrieben, bekannt sind sie seit etwa Ende der 70er Jahre. Die Hintergründe wie Bedeutung, Trageweise, Organisation, Einführung usw. liegen aber noch völlig im Dunklen. Bisher wurden weder Unterlagen, Vorschriften, Fotos oder andere konkrete Belege gefunden, die den Ursprung beweisen.

 

Sie tauchen in Internet-Foren und bei Militaria-Händlern seit etwa 2010 hier und da auf, mit meist unterschiedlichen Geschichten. Auch wenn vieles auf die RFV hindeutet, sind die Theorien zahlreich und eine Imitation bzw. Fälschung ist ebenfalls nicht ausgeschlossen. Zwar sind 2-3 Fälle bekannt, bei denen Händler Feldmützen mit dem linken Abzeichen verkauften, das ist in der heutigen Zeit aber leider kein handfestes Kriterium mehr.

Ausführlicher werden die Abzeichen in meinem separaten Artikel behandelt.

Wenn Sie Hinweise oder Anhaltspunkte haben, bitte ich um Nachricht an email.


In letzter Zeit fielen mir mehrere ungewöhnliche Erkennungsmarken des Zollgrenzschutzes bei einer bekannten Auktionsplattform auf, alle vom gleichen Verkäufer angeboten. Im Einzelnen handelt es sich um Erkennungsmarken mit diesen Prägungen:

  • Zollgrenzschutz Breslau (für Oberfinanzpräsident Oberschl.)
  • Zollgrenzschutz Kiel (für Oberfinanzpräsident Schl.-H.)
  • Zollgrenzschutz Nürnberg (für Oberfinanzpräsident Bayern)

Erkennungsmarken wurden im Zollgrenzschutz an den Reichsgrenzen und in den besetzten Gebieten im Juli 1942 durch den Generalinspekteur eingeführt. Dies geschah bei den Oberfinanzpräsidien (OFP) mit Grenze samt nachgeordneter (Auslands-)Organisation und den Kommandostellen, also dort wo der Zollgrenzschutz auch tatsächlich bestand. Die OFP ohne Grenze waren ausgenommen, da sie weder über einen Zollgrenzschutz, noch eine Grenzabfertigung verfügten. Natürlich kann sich dies im weiteren Kriegsverlauf geändert haben, dafür gibt es bisher aber keine Anhaltspunkte.

Zollgrenzschutz Breslau (für Oberfinanzpräsident Oberschl.)

Das Landesfinanzamt (LFA) Oberschlesien wurde 1934 mit dem LFA Niederschlesien zum neuen Landesfinanzamt Schlesien zusammengelegt. Dieses hatte, wie zuvor schon Niederschlesien, seinen Sitz in Breslau und hieß ab 1937 Oberfinanzpräsidium Schlesien.
Das heißt, ein Oberfinanzpräsidium Oberschlesien hat es nicht gegeben. Oberschlesien hatte seinen Sitz zunächst in Oppeln und später bis zur Fusion in Neiße, insofern gab es auch keinen örtlichen Zusammenhang mit dem sowieso in Niederschlesien liegenden Breslau. Es kam allerdings, den Vorschriften entsprechend, zur Einführung von Erkennungsmarken mit der Prägung Zollgrenzschutz Breslau (für Oberfinanzpräsident Niederschlesien).

Zollgrenzschutz Kiel (für Oberfinanzpräsident Schl.-H.)

Das Landesfinanzamt Schleswig-Holstein wurde 1934 mit dem LFA Mecklenburg-Lübeck zum neuen Landesfinanzamt Nordmark zusammengelegt. Dieses hatte, wie zuvor schon Schleswig-Holstein, seinen Sitz in Kiel und hieß ab 1937 Oberfinanzpräsidium Nordmark.
Das heißt, ein Oberfinanzpräsidium Schleswig-Holstein hat es nicht gegeben. Es kam allerdings, den Vorschriften entsprechend, zur Einführung von Erkennungsmarken mit der Prägung Zollgrenzschutz Kiel (für Oberfinanzpräsident Nordmark).

Zollgrenzschutz Nürnberg (für Oberfinanzpräsident Bayern)

Das Landesfinanzamt Nürnberg hieß ab 1937 Oberfinanzpräsidium Nürnberg, parallel dazu gab es aber noch München und bis 1942 auch Würzburg bzw. Mainfranken. Das heißt, Nürnberg war nie das einzige LFA bzw. OFP in Bayern und deshalb gab es keinen Grund für eine derartige Benennung. Außerdem hatte das OFP Nürnberg bei Einführung der Erkennungsmarken schon keine Reichsgrenzen mehr und damit keinen Zollgrenzschutz.

Fazit

Bei diesen 3 Erkennungsmarken sind auch noch weitere Details auffällig, unter dem Strich habe ich doch erhebliche Zweifel an der Authentizität dieser Erkennungsmarken.
Natürlich liegt es mir fern, dem Verkäufer unlautere Absichten zu unterstellen. Sollten Sie weitere Informationen haben, freue ich mich über Nachricht an email.

Die Angaben zu den o.g. Dienststellen stammen aus dem Buch Die Mittelbehörden der Reichsfinanzverwaltung und ihre Präsidenten von Horst Bathe und Johann Heinrich Kumpf, erschienen 1999 in der Finanzgeschichtlichen Sammlung der Bundesfinanzakademie. Die Angaben zur Einführung der Erkennungsmarken stammen aus dem Bundesarchiv, Bestand R110/03.