Während des Krieges galt es die Truppen bei Laune zu halten und Abwechslung zum Alltag zu bieten. Die Wehrmacht hatte unter verschiedenen Bezeichnungen laufende Theater, die reisend oder an festen Standorten die Einheiten unterhielten.

Im Bezirk des schlesischen HZA Bielitz (Bielsko, Polen) lag die 1941 aufgestellte Zollgrenzschutz-Ausbildungskompanie Wadowitz. Den Abschlussabend eines Lehrgangs im Jahr 1941 gestaltete der ZGS-Reservist und Schauspieler Erich Eckebrecht anscheinend so eindrucksvoll, dass ihn der Oberfinanzpräsident von Troppau mit dem Aufbau einer Wandertruppe beauftragte. Weitere Reservisten, sowie zwei weibliche Vertragskräfte, kamen als Verstärkung hinzu. Nach einem ersten Unterhaltungsabend in Wadowitz bereiste die Bühne Dienststellen in Oberschlesien, im Generalgouvernement und anderen östlichen Einsatzgebieten. Der Zollgrenzschutz im Generalgouvernement plante die Aufstellung einer eigenen Bühne, setzte dies aber 1942 aus, nachdem man mit dem OFP Troppau eine Vereinbarung schließen konnte. Generell entstanden den Auftrittsorten keine Kosten, dort war jedoch für Unterkunft, Verpflegung und Weiterreise zu sorgen.

copyright: www.zollgrenzschutz.deIm September 1942 schrieb Bühnenleiter Eckebrecht im Namen seiner Familie an das Grenzreferat des Oberfinanzpräsidiums Troppau und gab einen knappen Bericht über die aktuelle Tournee. Zu dem Zeitpunkt befand sich die Bühne im Bereich der Befehlsstelle 9 des Zollgrenzschutzes Süd. Der ZGS Süd unterstand verwaltungsmäßig dem Oberfinanzpräsidium in Troppau und somit wurde die Bühne vom Grenzreferat betreut.

Bei Erich Eckebrecht könnte es sich um ein im Jahr 1901 geborenes Mitglied einer Künstlerfamilie aus dem Südharz handeln (danke an Detlef Eckebrecht). Im Bundesarchiv-Bestand R 56 III / 1257 befindet sich eine Information über einen Zirkus-Künstler Erich Eckebrecht-Eberty, der eventuell identisch mit dem Bühnenleiter ist.